
Warum TaxWize
Steuerdaten online: 6 Fragen an jeden Anbieter (2026)
Bevor Sie Lohnausweis und Bankauszüge irgendwo hochladen: sechs Fragen, die jeder seriöse Anbieter beantworten können muss, und wie TaxWize sie beantwortet.
Aktualisiert am 24.08.2026 · 8 Min. Lesezeit
Wenn Sie Lohnausweis, Bankauszüge und Säule-3a-Bescheinigung irgendwo hochladen, hilft Ihnen das Wort «sicher» nicht weiter. Das schreibt jeder Anbieter auf seine Website. Nachprüfbar wird es erst bei sechs konkreten Fragen: In welchem Land werden Ihre Dokumente verarbeitet und gespeichert? Wird damit ein KI-Modell trainiert? Wie schnell sind Ihre Daten nach einer Löschung wirklich weg, Backups eingerechnet? Wer ist rechtlich verantwortlich, und unter welchem Recht? Welche weiteren Firmen sind beteiligt? Und was können Sie einfordern, wenn Sie es genau wissen wollen? Auf jede dieser Fragen gehört eine Antwort mit Land, Firmenname und Datum, und zwar auf eine öffentliche Seite des Anbieters.
Die Mappe im Copyshop
Am Tresen im Copyshop geben Sie eine Mappe ab. Dass dort kopiert wird, ist nicht die spannende Frage, dafür sind Sie ja hingegangen. Interessant ist, ob die Mappe im Laden bleibt oder in ein anderes Land geht, ob jemand im Hinterzimmer mitliest, ob eine Kopie in einem Archiv landet, das Sie nie gesehen haben, und wann genau alles geschreddert wird.
Bei Steuerunterlagen steht mehr auf dem Tisch als bei einer Mappe. Lohn, Vermögen, Schulden, Familiensituation, Krankenkasse: das ist die vollständige finanzielle Biografie eines Haushalts in einem einzigen Stapel. Umso mehr Gewicht haben die sechs Fragen, bevor die Datei Ihren Rechner verlässt.
Frage 1: In welchem Land werden meine Unterlagen verarbeitet und gespeichert?
Eine belastbare Antwort nennt das Land, den Hosting-Partner und jeden Verarbeitungsschritt, der das Land verlässt. Formulierungen wie «Ihre Daten sind bei uns sicher» oder «verschlüsselte Übertragung» beantworten die Frage nicht, weil beides nichts darüber sagt, wo die Daten anschliessend liegen.
Ein häufiges Missverständnis: Ein Anbieter kann eine Schweizer Firma sein und trotzdem im Ausland verarbeiten lassen. Firmensitz und Verarbeitungsort sind zwei verschiedene Dinge, und nur der zweite entscheidet, wessen Behörden theoretisch Zugriff verlangen können.
Bei TaxWize: Alle Steuerunterlagen und die daraus extrahierten Daten liegen auf Schweizer Infrastruktur, gehostet von Infomaniak in Schweizer Rechenzentren. Ich habe das beim Aufbau bewusst so entschieden. Ein Schritt mit Ihren Zahlungsdaten verlässt die Schweiz und ist als Ausnahme offengelegt: die Zahlungsabwicklung über Stripe, die Daten in der EU und den USA bearbeiten kann. Ihre Steuerunterlagen und die daraus extrahierten Steuerdaten erhält Stripe dabei nie. Details auf der Datenschutz-Seite, und welcher Baustein auf welcher Maschine läuft, steht in Wo Ihre Steuerdaten liegen.
Frage 2: Wer liest mit, und wird damit ein KI-Modell trainiert?
Immer mehr Steuerwerkzeuge lesen Dokumente mit KI aus. Die ehrliche Frage ist deshalb nicht, ob ein Anbieter KI nutzt, sondern wessen Modell es ist, wo es läuft und was mit dem passiert, was es liest. Bei international betriebenen KI-Assistenten hängt die Antwort stark vom gewählten Abo ab. Die belegten Details dazu habe ich auf der Vergleichsseite TaxWize und ChatGPT zusammengetragen.
Bei TaxWize: Das Sprachmodell, das Ihre Dokumente liest, wird von Infomaniak in der Schweiz gehostet. Die Texterkennung für gescannte Seiten läuft selbst gehostet auf derselben Schweizer Infrastruktur, es liest also kein weiterer Dienstleister Ihre Dokumente. Ihre Inhalte werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet. KI-Ergebnisse können unvollständig oder fehlerhaft sein, deshalb zeigt Ihnen TaxWize die ausgelesenen Werte zur Prüfung an, bevor sie verwendet werden. Die Steuerberechnung danach ist ein deterministisches Regelwerk mit den veröffentlichten Tarifen Ihres Kantons. Der KI-Schritt ist das Auslesen der Dokumente, und den können Sie kontrollieren.
Frage 3: Wie schnell sind meine Daten nach einer Löschung wirklich weg?
«Sie können Ihre Daten jederzeit löschen» ist eine halbe Antwort, weil jede ernsthaft betriebene Plattform nächtliche Backups fährt. Die vollständige Antwort nennt beide Zeitpunkte getrennt: wann die Daten aus den aktiven Systemen verschwinden, und wann sie aus den Backups verschwunden sind.
Bei TaxWize: Die Löschung Ihrer Daten in den Einstellungen entfernt Steuererklärungen, Steuerberechnungen, extrahierte Werte, hochgeladene Dokumente und erfasste Vermögenswerte sofort aus den aktiven Systemen. Backups, die diese Daten noch enthalten, werden innerhalb von 30 Tagen bereinigt. Die Datenlöschung behält Ihr Login, damit Sie neu starten können, die Kontolöschung entfernt zusätzlich die Login-Identität und ist nicht umkehrbar. Nachzulesen auf der Sicherheitsseite.
Frage 4: Wer ist rechtlich verantwortlich, und welches Recht gilt?
Ein seriöser Anbieter nennt den vollständigen Firmennamen, die Rechtsform, den Sitz und die Schweizer UID, damit Sie im Handelsregister nachschauen können. Fehlt das, wissen Sie im Streitfall nicht, wen Sie überhaupt vor sich haben.
Bei TaxWize: Betrieben wird der Dienst von Szakács Solutions, einem Einzelunternehmen im Kanton Aargau, Schweizer UID CHE-289.567.114, eingetragen im Handelsregister des Kantons Aargau; Sitz und Adresse stehen im Registerauszug und im Impressum. Es gilt das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG). Dahinter stehe ich, mit Namen im Registereintrag.
Frage 5: Welche weiteren Firmen sind beteiligt?
Kein Anbieter macht alles selbst. Die Frage ist, wie viele Auftragsbearbeiter es sind, wo sie sitzen und wofür sie zuständig sind. Eine kurze, vollständige Liste mit Standortangabe ist ein besseres Zeichen als gar keine Liste. Besonders bei der Zahlungsabwicklung lohnt sich das Nachschauen.
Bei TaxWize: Vier Einträge im Verzeichnis, davon zwei externe Auftragsbearbeiter mit Auftragsbearbeitungsvertrag und zwei Komponenten, die ich selbst betreibe. Extern sind Infomaniak (Schweiz) für Hosting, KI-gestützte Dokumentenverarbeitung und E-Mail sowie Stripe (EU und USA) für Zahlungen, ohne Zugriff auf Ihre Steuerunterlagen. Selbst betrieben, auf derselben Schweizer Infrastruktur und als Open-Source-Software statt als eingekaufter Dienst, sind Supabase für Datenbank, Anmeldung und Dateispeicher sowie seit dem 19.08.2026 auch die Statistik-Software Plausible. Diese setzt keine Cookies und erhebt keine Personendaten, weshalb es auf taxwize.ch auch kein Cookie-Banner gibt.
Frage 6: Was kann ich einfordern, wenn ich es genau wissen will?
Sie sind nicht auf das angewiesen, was ein Anbieter freiwillig publiziert. Nach Art. 25 des Schweizer Datenschutzgesetzes, das in seiner revidierten Fassung seit dem 01.09.2023 in Kraft ist, können Sie jederzeit Auskunft verlangen, ob und welche Personendaten über Sie bearbeitet werden. Die Auskunft ist grundsätzlich kostenlos und erfolgt in der Regel innert 30 Tagen (Quelle: EDÖB, Auskunftsrecht, abgerufen am 25.07.2026). Dazu kommen die Rechte auf Berichtigung und auf Löschung.
Praktisch genügt dafür eine formlose E-Mail an die Datenschutzadresse des Anbieters. Wie schnell und wie vollständig geantwortet wird, ist selbst schon eine Antwort. Bei TaxWize ist die Adresse privacy@taxwize.ch.
Die sechs Fragen auf einen Blick
| Frage | Was eine belastbare Antwort enthält | Wo Sie es nachlesen |
|---|---|---|
| 1. Verarbeitungsort | Land, Hosting-Partner, benannte Ausnahmen | Datenschutz- oder Sicherheitsseite |
| 2. KI und Training | Wer das Modell betreibt, wo es läuft, ob trainiert wird | Datenschutzerklärung, KI-Abschnitt |
| 3. Löschung | Zwei Fristen: aktive Systeme und Backups | Datenschutzerklärung, Aufbewahrung |
| 4. Verantwortlichkeit | Firmenname, Rechtsform, Sitz, UID | Impressum |
| 5. Auftragsbearbeiter | Vollständige Liste mit Zweck und Standort | Datenschutzerklärung, Verzeichnis |
| 6. Ihre Rechte | Kontaktadresse, Fristen, Umfang | Datenschutzerklärung, Betroffenenrechte |
Was mit Ihrem Lohnausweis nach dem Upload passiert
Sie laden Ihren Lohnausweis für das Steuerjahr 2025 hoch. Danach läuft Folgendes ab:
- Die Datei geht verschlüsselt über TLS an einen Server in der Schweiz und wird im Schweizer Dokumentenspeicher abgelegt, mit Zugriffskontrollen.
- Ist die Seite ein Scan oder Foto, wandelt eine selbst gehostete Texterkennung das Bild in Text um, auf derselben Schweizer Infrastruktur.
- Das in der Schweiz gehostete Sprachmodell liest den Text und schlägt die Werte vor, etwa den Bruttolohn oder den AHV-Abzug.
- Jeder vorgeschlagene Wert lässt sich vor der Berechnung ansehen, korrigieren oder verwerfen.
- Die Steuerberechnung wendet die hinterlegten Regeln Ihres Kantons auf diese geprüften Werte an und ergibt bei gleichen Eingaben jedes Mal dieselbe Zahl.
- Löschen Sie später alles, verschwinden Dokument und extrahierte Werte sofort aus den aktiven Systemen, die Backups innerhalb von 30 Tagen.
Die Angaben in diesem Artikel sind der Stand vom 24.08.2026. Preise, Fristen und Dienstleister ändern sich, und ein Blick auf die verlinkten Seiten kostet eine Minute.
Wo andere Wege besser abschneiden
Das offizielle Kantonsportal ist die datensparsamste Variante. Ihr Steueramt hat Ihre Steuerdaten ohnehin, es kommt also keine zusätzliche Partei dazu. Wer Datenminimierung über alles stellt und bereit ist, jede Ziffer selbst zu sortieren und einzutragen, ist im Portal seines Kantons richtig. Ich habe unsere Steuererklärung jahrelang selbst gemacht, zuerst im Kanton Zürich und seit dem Umzug 2023 im Aargau, auf Papier und mit Desktop-Software, bevor ich angefangen habe, TaxWize zu bauen. Jede Vorbereitungsebene davor, TaxWize eingeschlossen, ist eine bewusste Abwägung: mehr Bequemlichkeit gegen eine weitere Partei, der Sie Daten anvertrauen.
Papier und lokale Software haben ihren Platz. Wer gar nichts hochladen will, kann weiterhin lokal arbeiten. Der Trend geht zwar in Richtung Weblösungen, aber solange Ihr Kanton eine lokale Variante anbietet, ist sie eine legitime Wahl.
Auch bei TaxWize ist nicht alles lupenrein. Die Zahlungsabwicklung verlässt die Schweiz. Dazu kommt die optionale Schaltfläche «Mit Google anmelden», die zwar keine Steuerdaten verarbeitet, aber eben ein Dienst eines internationalen Anbieters ist. Die Zahlungsabwicklung steht auf der Datenschutz-Seite, die Google-Schaltfläche auf der Sicherheitsseite, beide ausgeschrieben statt im Kleingedruckten. TaxWize führt seit August 2026 die Labels «swiss hosting» und «swiss made software plus AI». Beide beruhen auf meinen eigenen Angaben und nicht auf einer Prüfung von aussen, deshalb nenne ich sie Labels und nicht Zertifizierungen.
Was das für Ihre Wahl bedeutet
Die sechs Fragen funktionieren bei jedem Anbieter, auch bei TaxWize. Antworten auf einer öffentlichen Seite, konkret und mit Namen statt mit Adjektiven, sind ein gutes Zeichen. Antworten erst auf Rückfrage sind noch in Ordnung. Wenn Sie sie gar nicht bekommen, wissen Sie genug.
TaxWize kostet CHF 39 für eine Steuererklärung in einem Steuerjahr, aktuell mit voller Vorbereitung für sieben Kantone. Eingereicht wird danach wie bisher beim Kanton. Alle sechs Antworten stehen auf der Datenschutz-Seite und der Sicherheitsseite, bevor Sie ein Konto anlegen. Wenn Sie zuerst nur wissen wollen, was Ihre Gemeinde steuerlich bedeutet, geht das ganz ohne Upload und ohne Konto im kostenlosen Steuervergleich. Und welche Werkzeuge es sonst noch gibt, mit Preisen und Quellen, steht im Vergleich der Software und Services 2026.
Häufige Fragen
- Wo werden meine Steuerdaten gespeichert, wenn ich sie online vorbereite?
- Das hängt vollständig vom Anbieter ab und steht nicht immer auf der Startseite. Seriöse Anbieter nennen Land, Rechenzentrum und Hosting-Partner konkret, nicht nur das Wort «sicher». Bei TaxWize liegen Dokumente und extrahierte Daten auf Schweizer Infrastruktur von Infomaniak, mit zwei offengelegten Ausnahmen: die Zahlungsabwicklung über Stripe und die freiwillige Schaltfläche «Mit Google anmelden». Keine der beiden erhält Ihre Steuerunterlagen oder die daraus ausgelesenen Werte. Nachzulesen auf der Datenschutz-Seite von TaxWize.
- Wird mit meinen Steuerunterlagen ein KI-Modell trainiert?
- Bei TaxWize nicht. Die KI, die Ihre Dokumente liest, wird von Infomaniak in der Schweiz gehostet, die Texterkennung läuft selbst gehostet auf derselben Infrastruktur, und Ihre Inhalte werden nicht zum Training von Modellen verwendet. Bei anderen Diensten lohnt sich der Blick in die Nutzungsbedingungen, weil das Training-Verhalten vom gewählten Abo abhängen kann; für ChatGPT habe ich die belegten Details mit Quellen und Stand 07.07.2026 auf der Vergleichsseite von TaxWize dokumentiert.
- Wie schnell sind meine Daten nach einer Löschung wirklich weg?
- Zwei Zeitfenster sind entscheidend: die aktiven Systeme und die Backups. Bei TaxWize entfernt die Löschung Ihre Steuererklärungen, extrahierten Werte und hochgeladenen Dokumente sofort aus den aktiven Systemen; Backups, die diese Daten noch enthalten, werden innerhalb von 30 Tagen bereinigt. Stand 24.08.2026, aktuelle Angaben auf der Sicherheitsseite.
- Welche Rechte habe ich gegenüber einem Anbieter von Steuersoftware?
- Nach Art. 25 des Schweizer Datenschutzgesetzes können Sie jederzeit Auskunft verlangen, ob und welche Personendaten über Sie bearbeitet werden. Die Auskunft ist grundsätzlich kostenlos und erfolgt in der Regel innert 30 Tagen (Quelle: EDÖB, abgerufen am 25.07.2026). Dazu kommen Rechte auf Berichtigung und Löschung.
- Ist das offizielle Kantonsportal die datenschutzfreundlichste Variante?
- Aus reiner Datenschutzsicht ist es die sparsamste Option: Ihr Steueramt hat Ihre Daten ohnehin, es kommt also keine zusätzliche Partei dazu. Der Unterschied liegt im Aufwand, denn im Portal sortieren und übertragen Sie alles selbst. Eine Vorbereitungsebene davor ist eine bewusste Abwägung zwischen Bequemlichkeit und einer zusätzlichen Partei, der Sie Daten anvertrauen.
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