
Warum TaxWize
Warum TaxWize bei gleichen Angaben immer dieselbe Zahl rechnet
Die Steuerberechnung ist ein Regelwerk, kein Sprachmodell. Was das praktisch bringt: ein Rechenweg Position für Position, zwei Spalten für Kanton und Bund, und ein Ergebnis, das sich wiederholen lässt.
Aktualisiert am 13.08.2026 · 6 Min. Lesezeit
Die Steuerberechnung in TaxWize ist ein Regelwerk, kein Sprachmodell. Dieselben Angaben ergeben denselben Franken, heute und in sechs Monaten. Dazwischen steht kein Sprung von den Belegen zum Ergebnis, sondern eine Kette einzelner Positionen: Nettolohn, Arbeitsweg, Pauschale für übrige Berufsauslagen, Weiterbildung, Säule 3a, Versicherungsprämien, steuerbares Einkommen.
Das Auslesen Ihrer Dokumente übernimmt eine KI, gehostet in der Schweiz. Gerechnet wird damit nicht. Sie schlägt Werte vor und legt sie Ihnen zur Kontrolle vor. Jeder Wert lässt sich bestätigen, überschreiben oder verwerfen, bevor gerechnet wird.
Zwei Offerten, eine Endsumme
Auf der einen Offerte steht jede Position: Material, Stunden, Anfahrt, Entsorgung. Auf der anderen steht nur der Betrag unten rechts. Beide können stimmen. Bei der einen finden Sie den Fehler, falls einer drin ist.
Das ist der Unterschied zwischen einer Zahl, die plausibel aussieht, und einer, die nachvollziehbar ist. Ein Sprachmodell erzeugt Text, der zu den Mustern seiner Trainingsdaten passt. Eine Steuerzahl entsteht dort als Nebenprodukt der Formulierung. Ein Regelwerk hat keinen anderen Weg zum Ergebnis als die Regeln selbst, und die stehen einzeln da.
Als ich die Berechnung gebaut habe, war das die eine Entscheidung, die alles andere nach sich zog. Sie kostet Tempo bei jedem neuen Kanton und sie zahlt sich an genau einer Stelle aus: wenn jemand wissen will, wie die Zahl zustande kommt.
Der Rechenweg an einem Beispiel
Ein konstruierter Fall für das Steuerjahr 2025: alleinstehend, Wohnsitz Stadt Zürich, keine Kinder, keine Liegenschaft. Der Lohnausweis weist einen Nettolohn von CHF 89'856 aus. Dazu ein öV-Abonnement für den Arbeitsweg von CHF 3'000, ein berufsbegleitender Lehrgang für CHF 8'500 und der volle Säule-3a-Beitrag. Alle Zeilen zwischen dem Nettolohn und dem Ergebnis sind Abzüge.
| Position | Staatssteuer | Bundessteuer |
|---|---|---|
| Nettolohn gemäss Lohnausweis | 89'856 | 89'856 |
| Arbeitsweg (öV-Abonnement) | 3'000 | 3'000 |
| Übrige Berufsauslagen (3 % des Nettolohns) | 2'696 | 2'696 |
| Weiterbildungskosten | 8'500 | 8'500 |
| Säule 3a | 7'258 | 7'258 |
| Versicherungsprämien | 2'900 | 1'800 |
| Steuerbares Einkommen | 65'502 | 66'602 |
Jede Zeile hat eine Herkunft, und keine davon ist geschätzt. Die Pauschale für übrige Berufsauslagen beträgt 3 % des Nettolohns gemäss Lohnausweis, auf den Franken gerundet, mindestens CHF 2'000 und höchstens CHF 4'000. Der 3a-Betrag ist die Obergrenze für Erwerbstätige, die einer Pensionskasse angehören. Beide Werte stehen so in der Wegleitung des Kantons Zürich für 2025.
Der Nutzen zeigt sich, sobald sich etwas ändert. Kostet der Lehrgang CHF 9'500 statt CHF 8'500, bewegt sich genau eine Zeile, und beide Endsummen sinken um exakt CHF 1'000, auf CHF 64'502 und CHF 65'602. Die Pauschale steht weiter bei CHF 2'696, der Arbeitsweg bei CHF 3'000, der Versicherungsabzug bei CHF 2'900. Sie sehen also nicht nur, dass sich das Ergebnis bewegt hat, sondern an welcher Stelle.
Warum stehen in der Tabelle zwei Zahlen?
Weil Sie zwei steuerbare Einkommen haben, nicht eines. Kanton und Bund rechnen dieselbe Kette, setzen aber teilweise andere Beträge ein. Hier unterscheidet sich genau eine Position: der Abzug für Versicherungsprämien und Zinsen von Sparkapitalien beträgt im Kanton Zürich für Alleinstehende mit Beiträgen an die 2. oder 3. Säule a bei der Staatssteuer höchstens CHF 2'900, bei der Bundessteuer höchstens CHF 1'800. Höchstens deshalb, weil der Abzug bei den tatsächlich bezahlten Prämien aufhört, falls diese tiefer liegen. Die Differenz von CHF 1'100 landet unverändert im Ergebnis, CHF 65'502 gegenüber CHF 66'602. Andere Kantone setzen eigene Beträge fest.
Das kantonale Formular für die Versicherungsprämien führt beide Spalten nebeneinander, Staatssteuer und Bundessteuer, mit je eigenen Beträgen. Beim Überschlagen im Kopf hat man meist nur eine davon im Kopf.
Die zweite Spalte ist dabei keine Nebenrechnung. Auf ihr beruht die direkte Bundessteuer, und die kommt zur Kantons- und Gemeindesteuer dazu. Eine Kette, die nur ein steuerbares Einkommen kennt, lässt einen Teil der Rechnung schlicht weg.
Die Beträge gelten für das Steuerjahr 2025. Sie werden jährlich neu festgesetzt, für ein anderes Jahr sind die aktuellen Werte massgebend.
Wenn eine Angabe fehlt
Hier trennen sich die beiden Bauweisen. Ein Textgenerator hat auf jede Frage eine Antwort, auch auf die, für die ihm die Grundlage fehlt. Er füllt die Lücke mit dem, was in ähnlichen Fällen üblich ist, und der Antwort sieht man nicht an, dass etwas gefehlt hat.
Deshalb wird an dieser Stelle gefragt. Geht aus keinem Dokument hervor, ob Sie den Arbeitsweg mit dem Abonnement oder mit dem Auto zurücklegen, stellt TaxWize die Frage, statt die Antwort aus dem Dokument abzuleiten. Lassen Sie die Frage offen, wird ein hinterlegter Standardwert eingesetzt, und Sie können ihn jederzeit überschreiben.
Der Unterschied ist also nicht, dass nie etwas angenommen wird. Er ist, dass die Annahme an einer Frage hängt, die Ihnen gestellt wurde, und dass die Antwort in Ihrer Hand bleibt.
Der Unterschied fällt im Alltag kaum auf, weil beide Wege eine Zahl liefern. Er fällt auf, wenn das Steueramt nachfragt. Dann zählt, woher eine Position stammt und welche Angabe dahintersteht, und nicht, wie überzeugend sie formuliert war.
Wo die KI arbeitet, und wo nicht
Den Einsatz habe ich bewusst abgegrenzt, und dabei soll es bleiben. Ein Lohnausweis wird gelesen, und die erkannten Werte stehen am grossen Bildschirm neben dem Dokument, im PDF markiert, wo sich die Stelle bestimmen lässt. Sie bestätigen einen Wert, überschreiben ihn oder verwerfen ihn. Die Dokumente und die daraus gelesenen Daten bleiben dabei auf Servern in der Schweiz.
Ab dem bestätigten Wert übernimmt das Regelwerk, und dort gibt es keine Formulierung mehr, die etwas verschieben könnte. Gleiche Eingaben, gleiches Ergebnis, unabhängig davon, wie oft Sie neu rechnen lassen und in welcher Reihenfolge Sie die Angaben erfasst haben.
Bewegt sich das Ergebnis doch, dann aus einem von zwei Gründen: Ihre Angaben haben sich geändert, oder das hinterlegte Regelwerk für ein Steuerjahr wurde neu gesetzt. Ein Regelwerk driftet nicht von selbst.
Was diese Bauweise kostet
Sie kennt genau die Regeln, die ich hinterlegt habe. Das ist der Preis: TaxWize deckt sieben Kantone vollständig ab und nicht sechsundzwanzig, weil jeder Kanton eigene Beträge, eigene Rundungen und eigene Formulare hat. Ein Sprachmodell hätte diese Grenze nicht. Es hätte für jeden Kanton eine Antwort, aber ohne den Rechenweg, an dem Sie sie prüfen könnten.
Nachvollziehbar heisst ausserdem noch nicht richtig. Dass die Kette am Ende auf denselben Betrag kommt wie der Kanton, ist eine zweite Frage, die separat beantwortet werden muss: durch den Vergleich mit den Rechnern der Kantone selbst, beschrieben in Auf den Franken geprüft.
Was Sie davon haben
Der Steuerbericht führt dieselbe Kette wie die Tabelle oben: vom Nettolohn über jeden einzelnen Abzug zum steuerbaren Einkommen und weiter zu Kantons- und Gemeindesteuer, gegebenenfalls Kirchensteuer, und zur direkten Bundessteuer, jede Zeile beschriftet und einzeln ausgewiesen. Sie können sie gegen Ihre eigenen Unterlagen halten, statt einer Endsumme vertrauen zu müssen. Ob ein Abzug in Ihrem Fall zusteht, hängt von Ihrer Situation ab und ist der Punkt, an dem sich ein Blick in die Belege lohnt.
Wie stark allein Ihre Wohngemeinde das Ergebnis verschiebt, zeigt der kostenlose Steuervergleich für jede Gemeinde der abgedeckten Kantone. Und wer die Kette lieber an den eigenen Zahlen sieht: TaxWize kostet CHF 39 pro Steuererklärung und Steuerjahr.
Quellen
- Kanton Zürich, Wegleitung zur Steuererklärung 2025 (Hauptauflage), Berufsauslagen, Beiträge an die 3. Säule a [Ziffer 14], Versicherungsprämien und Zinsen von Sparkapitalien [Ziffer 15]: https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-dokumente/themen/steuern-finanzen/steuern/natuerlichepersonen/2025/est-wegleitungen/305_Wegleitung_ZH_2025_HA%20bf%20DEF.pdf (abgerufen am 13.08.2026)
- Kanton Zürich, Formular 365 «Versicherungsprämien 2025», Teil B Maximaler Abzug: https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-dokumente/themen/steuern-finanzen/steuern/natuerlichepersonen/2025/est-formulare-uj/365%20Versicherung%20ZH%202025%20UJ%20DEF.pdf (abgerufen am 13.08.2026)
- Verfügung der Finanzdirektion über die Pauschalierung von Berufsauslagen Unselbstständigerwerbender (LS 631.33, ab Steuerperiode 2024), Ziff. I/3: https://www.notes.zh.ch/appl/zhlex_r.nsf/WebView/634DD7A2FF652108C1258A8C00281D29/$File/631.33_3.10.23_123.pdf (abgerufen am 13.08.2026)
Häufige Fragen
- Was heisst «deterministisch» bei einer Steuerberechnung?
- Es heisst, dass dieselben Eingaben immer dasselbe Ergebnis liefern. Die Berechnung folgt einem festen Regelwerk pro Kanton und Steuerjahr, nicht einer Texterzeugung. Sie können dieselbe Steuererklärung heute und in sechs Monaten neu berechnen und erhalten denselben Franken, solange Ihre Angaben und das hinterlegte Regelwerk für dieses Steuerjahr unverändert sind.
- Nutzt TaxWize KI, und wenn ja, wofür?
- Ja, für das Auslesen Ihrer Dokumente. Lohnausweis, 3a-Bescheinigung oder Prämienrechnung werden von einem in der Schweiz gehosteten Sprachmodell gelesen, und die erkannten Werte werden Ihnen zur Kontrolle angezeigt. Die Steuerberechnung selbst läuft danach über das Regelwerk, nicht über das Sprachmodell.
- Warum stehen für Kanton und Bund zwei verschiedene steuerbare Einkommen?
- Weil Staats- und Bundessteuer teilweise andere Abzugsbeträge kennen. Im Beispiel im Artikel, einer alleinstehenden Person im Kanton Zürich für das Steuerjahr 2025, unterscheidet sich genau eine Position: der Abzug für Versicherungsprämien beträgt dort für Alleinstehende mit Beiträgen an die 2. oder 3. Säule a bei der Staatssteuer höchstens CHF 2'900 und bei der Bundessteuer höchstens CHF 1'800. Andere Kantone setzen eigene Beträge fest.
- Kann ich den Rechenweg selbst nachprüfen?
- Ja, und das ist der Sinn der Sache. Jede Position steht mit ihrem Betrag im Steuerbericht, die Beträge selbst stehen in der Wegleitung Ihres Kantons für das betreffende Steuerjahr. Ob eine Position auf Ihre Situation zutrifft, hängt von Ihren Angaben ab und ist einen Blick in Ihre Unterlagen wert.
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