
Warum TaxWize
Wo Ihre Steuerdaten liegen: TaxWize von innen
Welcher Baustein von TaxWize auf welcher Maschine läuft, wer ihn betreibt, was die Schweiz verlässt und was drei verschiedene Arten von Verschlüsselung bedeuten.
Aktualisiert am 06.09.2026 · 6 Min. Lesezeit
Ihre hochgeladenen Steuerunterlagen liegen in einem Schweizer Objektspeicher. Die Datenbank, die Texterkennung für Scans und die Steuerberechnung laufen auf einer Maschine in einem Schweizer Rechenzentrum. Das Sprachmodell, das Ihre Dokumente liest, läuft ebenfalls in der Schweiz. Seit dem 19.08.2026 gilt das auch für die Website-Statistik, die vorher in der EU-Cloud des Herstellers lief.
Zwei Dinge verlassen die Schweiz, und beide nenne ich hier beim Namen: die Zahlungsabwicklung über Stripe und die freiwillige Schaltfläche «Mit Google anmelden». Keines von beiden bekommt Ihre Steuerunterlagen zu sehen.
Das ist die kurze Antwort. Die längere ist die interessantere, weil «Schweizer Hosting» auf einer Website nichts kostet und im Betrieb aus einer Reihe einzelner Entscheidungen besteht.
Ein Lagerraum steht immer in einem Land
Ein Lagerraum in Dietikon und einer in Ohio sehen von innen gleich aus. Dieselben Regale, dasselbe Vorhängeschloss, dieselbe Quittung an der Wand. Der Unterschied ist die Adresse, und die merken Sie erst, wenn jemand an die Tür klopft.
Bei Software ist es dasselbe, nur unsichtbar. Eine Website sieht überall auf der Welt gleich aus. Darunter liegen konkrete Maschinen an konkreten Orten, und jeder einzelne Baustein gehört jemandem. Deshalb steht hier eine Tabelle statt eines Adjektivs.
Welche Fragen sich einem beliebigen Anbieter stellen lassen, habe ich getrennt aufgeschrieben: Steuerdaten online, sechs Fragen an jeden Anbieter. Hier geht es nur um TaxWize.
Welcher Baustein läuft wo?
| Baustein | Wo er läuft | Wer ihn betreibt | Steuerdaten im Ausland |
|---|---|---|---|
| Website und Anwendung | Maschine im Schweizer Rechenzentrum | ich selbst | nein |
| Datenbank und Anmeldung | dieselbe Maschine | ich selbst, Open-Source-Software Supabase | nein |
| Hochgeladene Dokumente | Schweizer Objektspeicher | Speicherdienst des Schweizer Anbieters | nein |
| Texterkennung für Scans und Fotos | dieselbe Maschine | ich selbst, Tesseract | nein |
| Sprachmodell, das Dokumente liest | Schweizer Infrastruktur | ein Schweizer Anbieter | nein |
| Steuerberechnung | dieselbe Maschine | ich selbst | nein |
| Website-Statistik | eigener Server in der Schweiz | ich selbst, Plausible Community Edition | keine Steuerdaten, keine Personendaten |
| Nächtliche Sicherungskopien | Schweizer Objektspeicher | ich selbst, vor dem Ablegen verschlüsselt | nein |
| Zahlung | EU und USA | Stripe | nur Zahlungsdaten, nie Dokumente |
| «Mit Google anmelden», freiwillig | keine Steuerdaten |
Die Zeile mit der Datenbank verdient eine Fussnote. Supabase steht dort als Software, nicht als Dienstleister: es ist quelloffen, und ich betreibe es selbst auf meiner eigenen Maschine. Es gibt kein Konto bei einer amerikanischen Firma, in das Ihre Steuerdaten fliessen.
Die Statistik lief bis zum 19.08.2026 in der EU-Cloud ihres Herstellers. Gezählt werden dort Seitenaufrufe, Steuerdaten waren nie im Spiel. Ich habe sie trotzdem auf einen eigenen Schweizer Server gezügelt, weil eine Ausnahme, die man jedes Mal erklären muss, auf Dauer teurer ist als der Aufwand, sie zu beseitigen. Der Hoster hinter den Schweizer Zeilen dieser Tabelle ist die Infomaniak Network AG, ein Schweizer Anbieter mit Sitz in Genf (Handelsregistereintrag im Zefix und im eidgenössischen UID-Register einsehbar, UID CHE-103.167.648), und der vollständige Eintrag mit Zweck, Standort und Schutzmassnahmen steht im Verzeichnis der Auftragsbearbeiter in der Datenschutzerklärung.
Eine Zeile ist die einzige, die ich nicht selbst betreibe. Das Sprachmodell, das Ihren Lohnausweis liest, ist ein fremdes, offenes Modell. Es läuft in der Schweiz, ich entwickle es nicht weiter, und Ihre Inhalte werden nicht für sein Training verwendet. Seine Aufgabe endet beim Lesen: jeder vorgeschlagene Wert lässt sich vor der Berechnung ansehen, korrigieren oder verwerfen, und die Steuerberechnung danach ist ein Regelwerk mit den veröffentlichten Tarifen Ihres Kantons.
Daneben steht eine zweite, gleich gebaute Maschine zum Testen. Sie enthält keine Kundendokumente, und neue Versionen laufen zuerst dort.
Was die Schweiz tatsächlich verlässt
Stripe wickelt die Zahlung ab und bearbeitet Daten in der EU und den USA. Stripe erfährt Betrag, Währung und Ihre Rechnungsangaben. Ihre Dokumente und die daraus ausgelesenen Steuerwerte erhält Stripe nie, weil die Zahlung an einer ganz anderen Stelle der Anwendung hängt als Ihre Steuererklärung.
Die zweite Ausnahme ist eine Schaltfläche. «Mit Google anmelden» ist freiwillig und ersetzt nur das Passwort. Wer sie nicht anklickt, meldet sich mit E-Mail-Adresse an, und dann ist von meiner Seite kein internationaler Anbieter beteiligt.
Verschlüsselt heisst dreierlei
Unter dem Wort «verschlüsselt» stecken hier drei verschiedene Dinge mit drei verschiedenen Verantwortlichen, und das ist der Punkt, an dem ich nicht abkürzen möchte.
Auf dem Weg zwischen Ihrem Browser und dem Server ist es TLS. Das ist Standard und sagt nichts darüber aus, was danach passiert.
In den Sicherungskopien ist es AES-256, angewendet auf der Maschine selbst, bevor die Datei irgendwohin kopiert wird, mit einem Schlüssel, den ich halte. Das ist die einzige Schicht, die vollständig in meiner Hand liegt.
Im Objektspeicher, wo Ihre Dokumente liegen, verschlüsselt die Plattform nach Angaben des Anbieters im Ruhezustand. Für die laufende Datenbank verlasse ich mich ebenfalls auf die Verschlüsselung der Plattform, und diese Schicht kann ich selbst nicht nachprüfen. Ein realer Unterschied zur Sicherungskopie, den ich lieber benenne, als ihn unter ein einziges Wort zu schieben. Und was es hier nicht gibt: eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die wäre auch nicht möglich, denn die Software muss Ihre Werte lesen können, um damit zu rechnen.
Warum diese Regel im Bauprozess steht
Eine Aussage auf einer Website ist eine Absicht. Interessanter ist, was passiert, wenn jemand aus Versehen dagegen verstösst.
Ein Beispiel dafür steht im Code. Als das Auslesen der Dokumente noch über Dienste eines amerikanischen Anbieters lief, wurde es auf dessen europäische Adresse umgestellt und die alte, globale Adresse zugleich per automatischer Prüfung gesperrt. Diese Prüfung läuft bis heute bei jeder neuen Version mit: Taucht die alte Adresse wieder im Code auf, bricht der Bauprozess ab und es wird nichts ausgeliefert. Sie sichert genau eine Adresse und nicht die Schweizer Verarbeitung als Ganzes, denn wohin die Anfragen tatsächlich gehen, entscheidet eine Einstellung auf dem Server. Aber es ist die Art von Regel, die auch dann noch hält, wenn ich sie selbst vergesse.
Dazu kommt eine vertragliche Seite. TaxWize führt zwei Labels, «swiss hosting» und «swiss made software plus AI». Das Hosting-Label verpflichtet mich, die Anwendung, Ihre Daten und sämtliche Sicherungskopien in Schweizer Rechenzentren unter Schweizer Recht zu halten. Beide beruhen auf meinen eigenen Angaben, eine Prüfung von aussen steht nicht dahinter. Für mich sind das Labels, keine Zertifizierungen.
Was diese Bauweise kostet
Selbst betreiben heisst auch selbst verantworten. Datenbank, Aktualisierungen, Sicherungskopien und der Wiederherstellungstest hängen an mir, und diese Zeit fehlt an anderer Stelle, etwa bei neuen Kantonen.
Ein grosser internationaler Anbieter hätte mehr Rechenzentren und ein ganzes Sicherheitsteam. Wer diese Grösse höher gewichtet als den Standort, hat dafür einen nachvollziehbaren Grund, und ich halte das für eine legitime Abwägung. Meine geht in die andere Richtung: bei Lohn, Vermögen und Familiensituation zählt für mich mehr, wer physisch zugreifen könnte, als wie viele Rechenzentren dahinterstehen.
Diese Angaben sind der Stand vom 24.08.2026. Infrastruktur ändert sich, und die aktuelle Fassung steht jeweils auf der Sicherheitsseite und der Datenschutz-Seite, beide öffentlich, bevor Sie ein Konto anlegen.
TaxWize kostet CHF 39 für eine Steuererklärung in einem Steuerjahr, aktuell mit voller Vorbereitung für sieben Kantone. Eingereicht wird danach wie bisher beim Kanton. Wenn Sie zuerst nur sehen wollen, was Ihre Gemeinde steuerlich ausmacht, geht das ohne Upload und ohne Konto im Steuervergleich.
Quellen
- TaxWize, Datenschutzerklärung, Abschnitt 7 (Auftragsbearbeiter) und Abschnitt 12 (Cookies): https://taxwize.ch/privacy (abgerufen am 24.08.2026)
- TaxWize, Sicherheit (Schweizer Infrastruktur, KI-Herkunft, Sicherungskopien, Labels): https://taxwize.ch/security (abgerufen am 24.08.2026)
- Plausible Community Edition, Self-Hosting (AGPLv3, eigener Server, keine Daten an den Hersteller): https://plausible.io/self-hosted-web-analytics (abgerufen am 24.08.2026)
- Plausible Analytics, Data Policy (Rechtsträger in Estland, Besucherdaten in der EU auf Infrastruktur europäischer Firmen): https://plausible.io/data-policy (abgerufen am 24.08.2026)
- swiss made software, Label «plus AI» und die geforderte KI-Offenlegung: https://www.swissmadesoftware.org/about/plus-AI.html (abgerufen am 24.08.2026)
Häufige Fragen
- Wo werden meine Steuerdaten bei TaxWize gespeichert?
- In der Schweiz. Anwendung, Datenbank, Dateispeicher und die nächtlichen Sicherungskopien liegen in einem Schweizer Rechenzentrum, und die Datenbank ist selbst betriebene Open-Source-Software statt ein eingekaufter Cloud-Dienst. Stand 24.08.2026.
- Verlassen meine Steuerunterlagen je die Schweiz?
- Nein. Zwei andere Dinge tun es: die Zahlungsabwicklung über Stripe, die Daten in der EU und den USA bearbeitet, und die freiwillige Schaltfläche «Mit Google anmelden». Stripe erhält Betrag, Währung und Rechnungsangaben, aber nie Ihre Dokumente oder die daraus ausgelesenen Steuerwerte. Die Google-Anmeldung trägt ebenfalls keine Steuerdaten.
- Sind meine Daten bei TaxWize verschlüsselt gespeichert?
- Auf dem Weg ja, über TLS. Die nächtlichen Sicherungskopien werden mit AES-256 verschlüsselt, bevor sie die Maschine verlassen, mit einem Schlüssel, den TaxWize selbst hält. Den Schweizer Objektspeicher verschlüsselt die Plattform nach Angaben des Anbieters im Ruhezustand. Für die laufende Datenbank verlässt sich TaxWize auf die Verschlüsselung der Hosting-Plattform. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es nicht, weil die Software Ihre Werte lesen muss, um damit zu rechnen.
- Wer betreibt die KI, die meine Dokumente liest?
- Ein Schweizer Anbieter, auf Schweizer Infrastruktur. Das Sprachmodell ist ein fremdes, offenes Modell, es wird nicht von TaxWize weiterentwickelt und nicht mit Ihren Inhalten trainiert. Die Texterkennung für Scans und Fotos läuft selbst gehostet auf derselben Schweizer Infrastruktur. Die Steuerberechnung danach ist ein Regelwerk und nutzt kein Sprachmodell.
- Setzt die Website-Statistik von TaxWize Cookies?
- Nein. Seit dem 19.08.2026 läuft die Statistik-Software auf einem eigenen Server in der Schweiz, vorher lief sie in der EU-Cloud ihres Herstellers. Sie setzt keine Cookies, speichert keine IP-Adressen und erhebt keine Personendaten. Deshalb gibt es auf taxwize.ch auch kein Cookie-Banner.
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