Steuerwissen
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Wörtlich genommen: 21 Begriffe aus der Steuererklärung, kurz erklärt (2026)

Eigenmietwert, Grenzsteuersatz, Einsprache, NOV: 21 Begriffe aus der Schweizer Steuererklärung in je zwei bis drei Sätzen erklärt, mit dem Gesetz dahinter und dem Beitrag, der tiefer geht.

Aktualisiert am 22.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Die Schweizer Steuererklärung spricht Amtsdeutsch. Die 21 Begriffe unten tauchen in Wegleitungen, auf Steuerrechnungen und in Briefen des Steueramts auf, und jeder ist hier in zwei bis drei Sätzen erklärt, mit einem Link auf den Beitrag, der tiefer geht.

Ein Glossar ist die Legende einer Wanderkarte. Die Karte selbst ist das Formular, und ohne Legende sieht ein gestrichelter Weg aus wie ein Bach. Die Frankenbeträge unten gehören zum jeweils genannten Steuerjahr; für ein anderes Jahr steht der aktuelle Betrag in der Wegleitung Ihres Kantons.

Was Sie angeben

Eigenmietwert. Wer im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung lebt, versteuert einen Mietwert als Einkommen, obwohl kein Franken fliesst. Das Gesetz behandelt die Eigennutzung wie eine Miete, die Sie sich selbst bezahlen. Wann der Eigenmietwert wegfällt und was bis dahin gilt, steht im Beitrag Eigenmietwert-Abschaffung 2029.

Wertschriftenverzeichnis. Die Beilage zur Steuererklärung, in der Konten, Aktien, Fonds und Obligationen mit ihrem Wert am 31. Dezember und ihrem Ertrag des Jahres stehen. Es fliesst in das steuerbare Vermögen und in den Vermögensertrag ein.

Steuerwert und Kursliste. Der Steuerwert einer kotierten Wertschrift ist nicht der Wert auf dem Depotauszug der Bank, sondern der Kurs aus der Kursliste der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV). Die ESTV hält fest, dass diese Kurse als Steuerwert am 31. Dezember gelten. Wie die Bewertung im Detail läuft, zeigt der Beitrag zum Wertschriftenverzeichnis.

Verrechnungssteuer. Wer Schweizer Zinsen oder Dividenden auszahlt, etwa die Bank oder die Firma, behält 35 % ein und liefert sie dem Bund ab; auf dem Konto landen 65 %. Die Steuer funktioniert wie ein Pfand, und eine Bedingung für die Rückerstattung ist, dass Sie Ertrag und Vermögen in der Steuererklärung angeben. Wer Ertrag oder Vermögen gesetzwidrig weglässt, verliert den Anspruch. Ein bloss fahrlässig vergessenes Konto lässt sich nachmelden, solange das Verfahren nicht rechtskräftig abgeschlossen ist.

Quellensteuer. Arbeitnehmende ohne Niederlassungsbewilligung C, die in der Schweiz wohnen oder sich hier aufhalten, zahlen die Steuer auf den Lohn direkt über den Arbeitgeber, der sie von jeder Lohnzahlung abzieht. Ausgenommen sind Verheiratete, die nicht getrennt leben und deren Ehepartner das Schweizer Bürgerrecht oder die Niederlassungsbewilligung hat.

NOV (nachträgliche ordentliche Veranlagung). Damit wird eine an der Quelle besteuerte Person nachträglich wie alle anderen veranlagt, mit eigener Steuererklärung und angerechneter Quellensteuer. Pflicht ist sie ab einem vom Bund festgelegten Bruttoeinkommen oder bei Einkünften ohne Quellensteuer. Sonst gibt es sie auf Antrag, eingereicht bis zum 31. März des Folgejahres; der Weg dorthin steht im Beitrag zur Quellensteuer.

Was Sie abziehen

Berufsauslagen. Kosten, die der Beruf verursacht: der Arbeitsweg, die Mehrkosten für das Essen auswärts und übrige Kosten wie Werkzeug oder Fachliteratur. Im Bundesgesetz heissen sie Berufskosten. Für die direkte Bundessteuer der Steuerjahre 2025 und 2026 sind für den Arbeitsweg höchstens CHF 3'300 abziehbar, die Kantone haben eigene Grenzen.

Pauschalabzug. Ein fester Betrag anstelle der einzelnen Belege. Für die Verpflegung und für die übrigen Berufskosten sieht das Gesetz Pauschalen vor; bei den übrigen Berufskosten steht der Nachweis höherer Kosten offen. Wann die Belege die Pauschale schlagen, zeigt der Beitrag Arbeitsweg und Berufsauslagen.

Liegenschaftsunterhalt. Kosten für den Unterhalt eines Hauses oder einer Wohnung im Privatvermögen, dazu Versicherungsprämien und die Verwaltung durch Dritte. Abziehbar ist grundsätzlich, was den Wert erhält (die neue Heizung ersetzt die alte), nicht, was ihn vermehrt (der Anbau). Die Abgrenzung im Detail steht im Beitrag zum Liegenschaftsunterhalt.

Säule 3a. Die gebundene Selbstvorsorge: Einzahlungen auf ein 3a-Konto oder eine 3a-Police sind bis zu einem Höchstbetrag vom Einkommen abziehbar. Mit Pensionskasse sind das für das Steuerjahr 2026 CHF 7'258, ab 2027 CHF 7'373. Welcher Betrag für welche Steuererklärung gilt, klärt der Beitrag zum 3a-Höchstbetrag.

Wie wird aus dem Einkommen eine Steuer?

Grenzsteuersatz. Der Satz, mit dem der letzte zusätzliche Franken Einkommen besteuert wird. Er entscheidet, was ein Abzug spart. Bei einem angenommenen Grenzsteuersatz von 25 % (Kanton, Gemeinde und Bund zusammen) senkt ein zusätzlicher Abzug von CHF 1'000 die Steuer um rund CHF 250, nicht um CHF 1'000. Der Beitrag Wie viel spart ein Steuerabzug rechnet das für drei Einkommen durch.

Steuerfuss. Der Faktor, mit dem Kanton und Gemeinde die sogenannte einfache Steuer vervielfachen. Im Kanton Zürich liegt der Staatssteuerfuss für 2026 und 2027 bei 95 % der einfachen Staatssteuer, nach 98 % in den Jahren 2024 und 2025; jede Gemeinde legt ihren eigenen Steuerfuss fest. Wie weit Gemeinden auseinanderliegen, zeigt der Steuervergleich.

Kalte Progression. Steigt der Lohn nur mit der Teuerung, kann er trotzdem in eine höhere Tarifstufe rutschen, und die Steuer wächst dann schneller als die Kaufkraft. Der Bund gleicht das jährlich aus: Er passt die Tarifstufen und die Frankenabzüge an den Landesindex der Konsumentenpreise an. Die Kantone haben eigene Rhythmen, mehr dazu im Beitrag zur kalten Progression.

Was nach der Abgabe kommt

Fristerstreckung. Die Verlängerung der Abgabefrist für die Steuererklärung, je nach Kanton auch Fristverlängerung genannt. Sie verschiebt den Termin, ändert aber nichts an der Steuer. Fristen und Gebühren der sieben Kantone stehen im Beitrag zur Fristverlängerung.

Provisorische Rechnung. Eine Rechnung über den mutmasslichen Steuerbetrag, bevor die Steuererklärung geprüft ist. Für die direkte Bundessteuer schreibt der Kanton Zürich, der mutmassliche Betrag beruhe in der Regel auf den Zahlen der Vorperiode, und wer ein anderes Einkommen erwartet, kann eine Korrektur beantragen.

Veranlagung (in Zürich: Einschätzung). Der Entscheid des Steueramts nach der Prüfung der Steuererklärung. Bei der direkten Bundessteuer hält die Veranlagungsverfügung das steuerbare Einkommen, den Steuersatz und die Steuerbeträge fest.

Schlussrechnung. Die definitive Rechnung, die auf der Veranlagung beruht. Sie verrechnet, was provisorisch schon bezahlt wurde, und weist eine Nachzahlung oder ein Guthaben aus. Die ganze Reihenfolge der Rechnungen zeigt der Beitrag zur provisorischen Steuerrechnung.

Einsprache. Der Einwand gegen eine Veranlagung, schriftlich beim Steueramt. Für die direkte Bundessteuer gilt eine Frist von 30 Tagen ab Zustellung.

Wenn etwas fehlt

Ermessensveranlagung. Fehlt die Steuererklärung trotz Mahnung oder fehlen verlässliche Unterlagen, schätzt das Steueramt Einkommen und Vermögen selbst, nach pflichtgemässem Ermessen. Anfechten lässt sich das nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit, mit Begründung und Beweismitteln. Mehr im Beitrag zur Ermessensveranlagung.

Nachsteuer. Die Steuer, die früher zu wenig erhoben wurde, weil dem Steueramt Tatsachen fehlten, samt Zins. Sie ist keine Busse, sondern die nachträglich erhobene Steuer selbst.

Straflose Selbstanzeige. Wer eine Hinterziehung zum ersten Mal selbst meldet, bevor eine Steuerbehörde davon weiss, zahlt die Nachsteuer mit Zins, aber keine Busse. Dazu gehört, dass die Person bei der Festsetzung vorbehaltlos mitwirkt und sich ernsthaft um die Bezahlung bemüht. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zur straflosen Selbstanzeige.

Aus den Belegen, nicht aus dem Glossar

Die meisten dieser Begriffe stecken schon in den Unterlagen: im Lohnausweis, im Steuerauszug der Bank, in der 3a-Bescheinigung. TaxWize liest diese Belege aus, rechnet die Pauschalen für die Berufsauslagen und den Säule-3a-Abzug für die sieben Kantone Aargau, Zürich, Luzern, Solothurn, Bern, Zug und Schwyz und fragt nur nach dem, was in den Belegen fehlt. Ob ein bestimmter Abzug in Ihrem Fall dazukommt, hängt von Ihren Umständen ab.

Quellen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Grenzsteuersatz und Durchschnittssteuersatz?
Der Durchschnittssteuersatz ist die ganze Steuer geteilt durch das ganze Einkommen. Der Grenzsteuersatz gilt nur für den letzten Franken, der dazukommt oder wegfällt. Für die Frage, wie viel ein Abzug spart, zählt deshalb der Grenzsteuersatz. Er liegt wegen der Progression in der Regel höher als der Durchschnittssatz.
Heisst es Veranlagung oder Einschätzung?
Beides meint den Entscheid des Steueramts über Ihre Steuer. Das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer spricht von Veranlagung und Veranlagungsverfügung. Der Kanton Zürich nennt denselben Schritt bei den Staats- und Gemeindesteuern Einschätzung. Gegen beide ist eine Einsprache möglich.
Muss ich die Verrechnungssteuer in der Steuererklärung zurückfordern?
Die Rückforderung läuft über die Steuererklärung. Bei Schweizer Zinsen und Dividenden behält der Zahler 35 % Verrechnungssteuer ein, und eine Bedingung für die Rückerstattung ist, dass Sie Ertrag und Vermögen angeben. Wer Ertrag oder Vermögen gesetzwidrig nicht angibt, verliert den Anspruch. Ein fahrlässiges Versäumnis lässt sich nachholen, solange das Verfahren nicht rechtskräftig abgeschlossen ist.
Was ist eine NOV?
NOV steht für nachträgliche ordentliche Veranlagung. Wer an der Quelle besteuert wird, füllt damit nachträglich eine normale Steuererklärung aus, und die bereits abgezogene Quellensteuer wird angerechnet. Sie ist Pflicht ab einem vom Bund festgelegten Bruttoeinkommen oder bei Einkünften ohne Quellensteuer, sonst auf Antrag bis zum 31. März des Folgejahres.

Behalten Sie Ihre Abzüge im Blick

TaxWize liest Ihre Belege, weist auf möglicherweise relevante Abzüge hin und bereitet Ihre Steuererklärung fürs Einreichen vor. CHF 39 pro Steuererklärung und Steuerjahr.

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